KHK, koronaren Herzkrankheit
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Das Herz ist ein großer Muskel. Dieser Muskel pumpt den ganzen Tag Blut durch unseren Körper. Damit das Herz diese schwere Arbeit schaffen kann, braucht es selbst viel Kraft. Diese Kraft bekommt das Herz durch Sauerstoff. Der Sauerstoff kommt über spezielle Adern direkt zum Herzen. Diese Adern heißen Herz-Kranz-Gefäße.

die koronare herzkrankheit

Bei der Krankheit KHK verändern sich diese Adern. In den Adern bilden sich Ablagerungen. Das sind kleine Klumpen aus Fett und Kalk.

  • Der Vorgang: Diese Klumpen kleben an der Innen-Wand der Ader.
  • Das Problem: Die Ader wird immer enger. Es ist wie bei einem Garten-Schlauch, auf den man tritt: Es kommt am Ende viel weniger Wasser (oder Blut) heraus.

Was passiert bei Belastung? (Angina Pectoris)

Wenn Sie sich ausruhen, braucht das Herz nur wenig Blut. Das klappt meistens noch gut. Aber wenn Sie zum Beispiel:

  • schnell laufen,
  • schwere Taschen tragen
  • oder sich sehr aufregen, muss das Herz viel schneller schlagen. Dann braucht es sehr viel Blut. Wenn die Adern aber zu eng sind, bekommt das Herz nicht genug Sauerstoff. Die Folge: Man bekommt plötzlich Schmerzen oder ein sehr enges Gefühl in der Brust. Manche Menschen haben auch das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Das nennen Fach-Leute Angina Pectoris.

Was ist ein Herz-Infarkt?

Das ist die gefährlichste Stufe der KHK. Manchmal reißt eine verengte Stelle in der Ader auf und es bildet sich ein Blut-Klumpen. Dieser Klumpen macht die Ader sofort ganz zu.

  • Dann fließt gar kein Blut mehr zum Herz-Muskel.
  • Ein Teil des Herzens bekommt keine Energie mehr und geht kaputt. Das nennt man einen Herzinfarkt. Das ist ein lebens-gefährlicher Notfall!

Ursache

Die Krankheit KHK hat meistens eine bestimmte Ursache. Diese Ursache heißt: Arterio-Sklerose. Viele Menschen sagen dazu auch einfach: Gefäß-Verkalkung.

So entsteht die Verkalkung:

  1. Kleine Wunden: In den Adern am Herzen entstehen ganz kleine Entzündungen. Man kann sich das wie winzige Wunden an der Innen-Wand der Ader vorstellen.
  2. Sammel-Stelle: An diesen Stellen bleiben verschiedene Dinge kleben. Das sind zum Beispiel Fett-Teilchen, Kalk oder bestimmte Zellen aus dem Blut.
  3. Ablagerungen: Mit der Zeit werden diese Stellen immer dicker. Es bilden sich Schichten aus Schmutz. Man nennt diese Schichten: Ablagerungen.
  4. Das Problem: Am Anfang merkt man davon gar nichts. Man hat keine Schmerzen. Aber nach vielen Jahren werden die Schichten so dick, dass die Ader fast verstopft.
  5. Folge: Das Blut kann nicht mehr gut durch die Ader fließen. Das Herz bekommt dann zu wenig Energie.

Risikofaktoren

Es gibt verschiedene Gründe, warum die Adern am Herzen krank werden. Diese Gründe nennt man Risiko-Faktoren. Manche Dinge können wir selbst ändern, andere nicht.

Dinge, die man selbst beeinflussen kann:

Wenn man ungesund lebt, verstopfen die Adern schneller. Das sind die wichtigsten Punkte:

  • Rauchen: Rauchen ist sehr schlecht für die Adern.
  • Blut-Hochdruck: Wenn das Blut mit zu viel Druck durch die Adern pumpt, gehen sie kaputt.
  • Zu viel Fett im Blut: Das nennt man auch: hoher Cholesterin-Spiegel. Das Fett bleibt in den Adern kleben.
  • Zucker-Krankheit: Das Fach-Wort ist Diabetes. Zu viel Zucker im Blut schadet den Gefäßen.
  • Zu wenig Bewegung: Wer viel sitzt und keinen Sport macht, wird schneller krank.
  • Über-Gewicht: Wenn der Körper zu schwer ist, muss das Herz zu viel arbeiten.

Dinge, die man nicht ändern kann:

Manche Risiken hat man einfach. Man kann nichts dagegen tun, aber man sollte sie kennen:

  • Das Alter: Je älter ein Mensch wird, desto länger hatten die Adern Zeit, zu verkalken. Deshalb haben ältere Menschen öfter KHK.
  • Die Familie (Gene): Manchmal liegt die Krankheit in der Familie. Wenn schon die Eltern oder Groß-Eltern Probleme mit dem Herzen hatten, ist das Risiko höher. Man erbt diese Gefahr.
  • Das Geschlecht:
    • Männer haben schon früher ein Risiko, oft ab 45 Jahren.
    • Frauen sind länger geschützt. Bei ihnen steigt das Risiko meist erst ab 55 Jahren. Das liegt daran, dass sich in diesem Alter die Hormone im Körper verändern.

Symptome

Wie fühlt sich die Krankheit KHK an?

Wie es einem mit der Krankheit KHK geht, ist bei jedem Menschen anders. Es kommt darauf an:

  • Wann der Arzt die Krankheit findet.
  • Ob man gesund lebt (zum Beispiel: Nicht mehr rauchen).
  • Ob die Medikamente gut helfen.

Hier sind die 3 Stufen der Krankheit:

Am Anfang: Man merkt nichts

Wenn die Adern am Herzen nur ein kleines bisschen eng sind, fühlt man sich meistens gesund. Man merkt nicht, dass die Adern langsam verkalken. Das ist tückisch, weil die Krankheit schon da ist.

Wenn die Krankheit bleibt: Die stabile KHK

Wenn die Adern enger werden, bekommt das Herz bei Anstrengung zu wenig Blut. Dann kommen die ersten Zeichen:

  • Brust-Enge: Man fühlt einen starken Druck oder Schmerz in der Brust. Es fühlt sich an, als würde jemand die Brust zusammendrücken.
  • Strahlen-Schmerz: Dieser Schmerz kann auch woanders sein. Zum Beispiel im Arm, in der Schulter oder im Rücken. Manche spüren es sogar im Bauch oder im Kiefer (beim Kauen).
  • Atem-Not: Man kommt schnell aus der Puste und bekommt schlecht Luft.

Der Notfall: Wenn eine Ader ganz zugeht

Manchmal verstopft eine Ader ganz plötzlich. Das ist sehr gefährlich! Man nennt das einen Herz-Infarkt. Das sind die Warn-Zeichen:

  • Der Schmerz in der Brust wird plötzlich sehr stark.
  • Man schwitzt sehr viel (kalter Schweiß).
  • Man fühlt sich schlecht oder muss sich übergeben (Übelkeit).
  • Die Schmerzen gehen nicht weg, auch wenn man sich ausruht.

Wichtig: Wenn das passiert, ist es ein Notfall! Man muss sofort die 112 anrufen oder ins Krankenhaus fahren. Jede Minute ist wichtig für das Herz.

Diagnostik

Was macht der Arzt bei KHK?

Wenn Sie zum Arzt gehen, gibt es verschiedene Untersuchungen. Der Arzt möchte genau wissen: Wie geht es Ihrem Herzen?

Das Gespräch und der Check

Zuerst redet der Arzt mit Ihnen. Er fragt:

  • Wo haben Sie Schmerzen?
  • Hatten Ihre Eltern auch Herz-Probleme?

Danach untersuchen wir den Körper:

  • Der Arzt misst den Blutdruck.
  • Er hört das Herz mit einem Stethoskop ab.
  • Er wiegt Sie (das nennt man BMI).
  • Er nimmt Blut ab. Er prüft, ob Sie zu viel Zucker oder Fett im Blut haben.

Tests für das Herz (EKG)

Mit einem EKG misst der Arzt den Strom im Herzen. Es gibt zwei Arten:

  • Ruhe-EKG: Sie liegen ganz still. Der Arzt sieht, ob Sie einen Herz-Infarkt hatten.
  • Belastungs-EKG: Sie fahren auf einem Stand-Fahrrad. Der Arzt sieht, wie das Herz bei Anstrengung arbeitet.

Bilder vom Herzen (Ultraschall und MRT)

Der Arzt möchte in Ihr Herz hineinschauen:

  • Ultraschall (Echo): Der Arzt hält ein Gerät auf Ihre Brust. Er sieht auf einem Monitor, wie das Herz pumpt.
  • MRT: Das ist eine große Röhre. Sie macht sehr genaue Bilder. Oft bekommen Sie ein Medikament, damit das Herz schneller schlägt. So sieht man, ob das Blut gut fließt.
  • CT: Das ist eine Untersuchung mit Röntgen-Strahlen. Der Arzt sieht damit, ob Kalk in den Adern ist.

Die Untersuchung mit dem Schlauch (Herz-Katheter)

Wenn der Arzt sicher ist, dass eine Ader zu eng ist, macht er einen Herz-Katheter:

  • Ein ganz dünner Schlauch wird in eine Ader geschoben (meist am Arm oder am Bein).
  • Der Schlauch geht bis zum Herzen.
  • Mit einem Farb-Mittel sieht der Arzt auf einem Bildschirm genau, wo die Eng-Stelle ist.

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